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Bibliografie

  • 256
  • 13,9 × 21,2 cm
  • Hardcover
  • 9783895336034
  • 1. Auflage 2008
  • Mit einem Vorwort von Karl-Heinz Heimann, Herausgeber des »Kicker«

»Der König aller Sports«

Walther Bensemanns Fußball-Glossen

Walther Bensemann gilt als eine prägende Figur der Fußballgeschichte. In Süddeutschland wirkte er Ende des 19. Jahrhunderts als legendärer Pionier; während der Weimarer Zeit gründete er den »Kicker« und glänzte als scharfsinniger Beobachter des Spiels. »Nie hat jemand im deutschen Sport geschliffener geschrieben«, urteilte später der renommierte Sportfeuilletonist Richard Kirn über Bensemann. 1933 musste der Kosmopolit jüdischer Herkunft in die Schweiz emigrieren, wo er ein Jahr später starb. Seit 2006 erinnert an ihn der »Walter-Bensemann-Preis«, der bisher an Franz Beckenbauer und an Alfredo di Stéfano verliehen wurde.
Das vorliegende Buch versammelt Bensemanns beste »Kicker«-Beiträge aus den Jahren 1920 bis 1933. Damit ist nicht nur ein glänzendes Stück Fußball-Feuilleton dokumentiert, sondern zugleich ein eindrucksvolles Panorama des Fußballs jener Zeit eröffnet.

Rezensionen

In Beyers kluger Auswahl behalten selbst die eitlen Schreibvolten ihren Charme.,
Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Der König aller Sports“.
Nein, das Zitat stammt nicht aus dem Mund eines der kickenden Sprachminderleister, die ab heute unser Land bei der EM vertreten. Es stammt von jemandem, an den zu erinnern man gar nicht müde werden kann. Walther Bensemann war einer der Väter des deutschen Fußballs. Er gründete den DFB mit, er organisierte, die ersten Länderspiele. Und ihm verdanken wir den „Kicker“, die Bibel der Fußballgläubigen in diesem Land. 1920 hat ihn der 1873 als Sohn einer begüterten jüdischen Familie in Berlin geborene Fußballpionier in Konstanz ins Leben gerufen. Fußball war ihm Mittel zur Völkerverständigung, zur Übung von Toleranz und Fairplay. 1933 musste er vor den Nazis fliehen und starb 1934 verarmt im schweizerischen Montreux. Das Gedächtnis an Bensemann hält seit zwei Jahren der Deutsche Fußball-Kulturpreis wach, der nach ihm benannt ist. Und Bernd-M. Beyer, der nach einer umfangreichen Biografie Bensemanns nun dessen Fußball-Glossen in einem Band vereint hat. Dokumente einer anderen Zeit. Als Fußballexperten noch ordentlich Deutsch konnten.
Welt Online, 7. Juni 2008

„Der Tritt beim Fußball ist mir stets als eine vornehme und elegante Bewegung erschienen, welche die Freude meiner Knaben- und Jünglingsjahre bildete. Ich kann mir für einen gesunden Buben nichts Schöneres vorstellen, als wenn der Verteidiger den Ball richtig und geschickt in der Luft mit dem Fuß abfasst, oder wenn er ihn als Stürmer so in das feindliche Tor platziert, dass dadurch der Sieg errungen wird.“ Blumige Zeilen aus der Feder von Walther Bensemann, der zweifelsohne zeitlebens sein Herz dem runden Leder schenkte.
Der Gründer des Kicker-Sportmagazins gilt als einer der großen Pioniere des deutschen Fußballs und war ein ebenso streitbarer wie begabter Charakter. Bensemann, ein Jude, der 1933 vor den Nazis ins Schweizer Exil flüchten musste, war nicht nur prägend für den vorherrschenden Stil im deutschen Sportjournalismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern setzte sich mit großem Enthusiasmus für den länderübergreifenden Wettstreit ein.
Geprägt von den Erfahrungen des Ersten Weltkriegs trug er unermüdlich, bisweilen polemisch, sein Anliegen vor, dass Fußball eine internationale Angelegenheit sei, dazu geschaffen, Menschen verschiedenster Herkunft und Nationalität zu vereinen. Zu Papier brachte er diese Ansichten in seinen zahllosen Kicker-Leitartikeln, die Bensemann selbst als „Glossen“ bezeichnete. Erstaunlich ist die Vielfalt der Themen, die er als Autor abhandelte. Ein Sammelband fasst die besten seiner Leitartikel nun zusammen.
11Freunde, Juli 2008

Für die Kollegen beim Nürnberger kicker-sport-magazin heißt das Ressort außerhalb des Fußballs „Anderer Sports“. Eine Formulierung, die es in der deutschen Sprache nicht gibt, die Außenstehende verwundern mag und die doch im Sprachgebrauch der Redaktion zum Alltag gehört. Wie ein Selbstläufer, der sich fortpflanzt von Generation zu Generation. Wer es bisher noch nicht wusste, der erfährt nun den Ursprung dieser Redewendung – sie stammt von Walther Bensemann, einem Pionier des Fußballs und Gründer des kicker, von ihm nachzulesen auf Seite 85 eines Buches mit dem Titel „Der König aller Sports“. Er nennt den Fußball „König“, der große Rest ist „Sports“, angelehnt an die englische Sprache.
Im „König aller Sports“ hat Bernd-M. Beyer Bensemanns Leitartikel, die er „Glossen“ nannte, zusammengestellt.
Man liest es – hingerissen und wehmütig zugleich.
SPORTJournalist, Juni 2008

Walther Bensemann, Fußball-Pionier und Gründer des Kicker, hat mit seinem Sportjournalismus in den 1920er-Jahren Maßstäbe gesetzt. Die besten Beiträge des streitbaren Publizisten liegen jetzt in Form des kleinen, edlen Sammelbandes „Der König aller Sports – Walther Bensemanns Fußball-Glossen“ von Bernd-M. Beyer vor.
In seinen glänzend formulierten Kicker-Leitartikeln, die er „Glossen“ nannte, nahm Walther Bensemann sich alle Freiheiten, von denen Zeitungsautoren träumen. Ätzende Satire steht neben melancholischer Erinnerung, liebevolle Reiseeindrücke neben witzigen Spielberichten, klassische Dichterworte neben deftigem Humor. Und immer schimmert Bensemanns sportliches Ideal durch: dass der Fußball eine internationale Angelegenheit sei, dazu geschaffen, über alle Grenzen hinweg völkerverbindend zu wirken. Für dieses Ziel warb er unermüdlich in seiner Zeitung, dafür stritt er sich heftig mit den seinerzeit engstirnigen Köpfen des DFB.
VIP-Webguide.de, 11. Juli 2008

Bensemann schrieb keine Leitartikel. Er lieferte, vor allem in den „goldenen Zwanzigern“, Literatur in einer hinreißenden Sprache.
Dithmarscher Landeszeitung, 14. Juli 2008

Hardcover 22,90 €