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Bibliografie

  • 352
  • 13,9 × 21,2 cm
  • Hardcover
  • 9783895335419
  • 2. Auflage 2009
  • Fotos

Der »Betze« unterm Hakenkreuz

Der 1. FC Kaiserslautern in der Zeit des Nationalsozialismus

Brisante Studie:
Fritz Walters Stammverein in der NS-Zeit

Mit diesem Buch wird die bisher umfassendste Untersuchung über die Geschichte eines deutschen Fußballvereins in der NS-Zeit vorgelegt. Sie ist schon deshalb von großem Interesse, weil Kaiserslautern und sein »Betzenberg-Stadion« die Heimat einiger der berühmten »Helden von Bern« waren. Ausführlich wird geprüft, inwieweit der pfälzische Traditionsverein mit den nationalsozialistischen Institutionen kooperiert oder aber ihnen Widerstand entgegengesetzt hat. Die legendäre »Walter-Elf« hat bereits in den Kriegsjahren ihre ersten Titel gewonnen und wurde deshalb von der NS-Propaganda vereinnahmt.
Ebenso wird die Familie des späteren Weltmeisters Werner Liebrich porträtiert, dessen Vater als Kommunist ins Gefängnis musste. Auch an prominente jüdische Mitglieder in den Reihen des 1. FC Kaiserslautern wird erinnert.

Rezensionen

Markwart Herzogs Fleißarbeit mit 1542 Fußnoten ist trotz gelegentlicher Schwerfälligkeiten ein packendes Stück Zeitgeschichte. Ein bisher unbekanntes Kapitel aus der Kuzlturhistorie des Dritten Reiches ist nun eröffnet - mit wenigen Helden, vielen Mitläufern und manchen Schurken.
Markwart Herzog, Bildungsreferent der Schwabenakademie Bad Irsee, betritt Neuland. Noch nie wurde die Geschichte der "Walter-Elf" von ihren Anfängen her erzählt - gewiss auch darum, weil der vierfache Deutsche Meister über kein Archiv verfügt.. Herzog durchkämmte Landes- und Staatsarchive, befragte Zeitzeugen, las Heimat-, Soldaten- und Kameradenbriefe, studierte die "Gefallenenakten" der Stadtverwaltung Kaiserslautern und zeichnete so ein "irritierend widersprüchliches Bild". Nazis und Pazifisten, Philosemiten und Judenhasser prägten die Geschichte des 1. FC Kaiserslautern zwischen 1933 und 1945.
Süddeutsche Zeitung

Ein Vereinspräsident, der Ausgaben falsch deklariert, um verdeckte Spielergehälter zahlen zu können, Fan-Ausschreitungen nach entscheidenden Spielen, Politiker, die sich im Glanze eines erfolgreichen Fußballclubs sonnen - alles so vertraut und in diesem Fall doch so lange her. Die Rede ist vom 1. FC Kaiserslautern in der Zeit des Nationalsozialismus. Markwart Herzog hat dieses Kapitel pfälzischer Fußball-Geschichte mit seiner Untersuchung "Der Betze unterm Hakenkreuz" erstmals beleuchtet und dabei so manches Erstaunliche zu Tage gefördert.
SWR.de

Welche Rolle die Lauterer während des Nationalsozialismus spielten, schildert Markwart Herzog in seinem Buch. Fast acht Jahre lang hat der Philisoph, Theologe und Kommunikationswissenschaftler recherchiert und gestützt auf eine Fülle von Fakten, Gerichtsurteilen und Interviews weithin unbekannte Begebenheiten und persönliche Schicksale zu Tage gefördert. Er hat herausgefunden, dass der Verein sich nicht widerstandslos "gleichschalten" ließ und es bis 1938 zu heftigen Konflikten mit der NSDAP-Kreisleitung kam. Er beschreibt, wie die schon damals erfolgreiche Elf zu einem willkommenen Instrument der Propaganda wurde und räumt dabei vor allem dem berühmtesten roten Teufel, Fritz Walter, viel Platz ein. Dieser war - ebenso wie sein Bruder Ottmar - ein "vollkommen unpolitischer Sportler", der nur eines im Sinn hatte: auf dem Platz zu stehen und zu spielen.
Nach Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 ist der 1. FC Kaiserslautern der dritte Fußballclub, dessen politische, ethische und sportliche Rolle während des Dritten Reiches fundiert beleuchtet wurde.
SWR - Nachtkultur

Das Geraune im Umfeld des 1. FC Kaiserslautern war vermutlich nicht die geringste Gefahr für den Erfolg von Markwart Herzogs Buchprojekt. Auf welche düsteren Geheimnisse würde der Doktor der Philosophie bei seinen Recherchen über die Geschicke des Klubs in der Zeit des Nationalsozialismus stoßen? Was, so die wohl größte Befürchtung im Umfeld, wenn der Wissenschaftler belastendes Material über Fritz Walter zutage fördert?
Als der 48-Jährige vorige Woche das Ergebnis seiner Nachforschungen vorstellte, konnte er die Bedenken zerstreuen. Der Mythos Fritz Walter darf unbeschadet weiterbestehen. … Walter war kein Nazi. Doch auch er konnte nicht vermeiden, von den Machthabern instrumentalisiert zu werden. Einem Schicksal, das auch seinem Stammverein widerfuhr. … "Ab 1938 ist der FCK, von der Führung her gesehen, ein brauner Verein", konstatiert der Autor.
Seine Arbeit ist für all jene, die sich für dieses Kapitel der Sportgeschichte im Allgemeinen oder den FCK im Besonderen interessieren, allein schon wegen der Fülle des recherchierten Materials wertvoll.
Frankfurter Rundschau

Buch des Monats
Ein historischer Abriss zum FCK unterm Hakenkreuz war also längst überfällig. Schließlich entstand der Kult um die "Walter-Elf" bereits in den Kriegsjahren, als der Klub stets dann am besten war, wenn Spielertrainer Walter auf Fronturlaub mitkickte….
In seiner akribischen Quellenarbeit weist Markwart Herzog nach, dass nur wenige Mitglieder des Klubs aktiv in der NSDAP waren. Der Autor zeigt aber, wie schon vor 1945 faschistische Kommunalpolitiker sich in den Erfolgen des Vereins sonnten und die Nähe seiner Stars suchten…
Wer den Mythos der traditionsreichen "Walter-Elf" und ihre bis heute andauernde Bedeutung für die Region verstehen will,bekommt hier anhand vieler bislang unbekannter fakten, belegt durch Archivmaterial, eine umfassende Erklärung.
11 Freunde

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